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Erfahrungsbericht Madird Spanien
Wenn Ihr einen bislang unveröffentlichten Erasmus-Erfahrungsbericht oder Erfahrungen über Eure Spanien Reisen habt, schickt es uns einfach, wir veröffentlichen es hier gerne. Wenn er bereits im Internet veröffentlicht ist, schickt uns einfach kurz den Link zu eurem Bericht und helft mit mit diese Infosammlung zu erweitern. Hier findet Ihr unsere E-Mail Adresse.
Ich begann mein Tourismus-Studium an der FH Kempten im Jahre 2000. Damals trug ich mich noch nicht mit dem Gedanken ein Auslandssemester zu absolvieren. Im Laufe der ersten 4 Semester wurde mir allerdings klar, das ein Auslandssemester, vor allem im Tourismus sehr, sehr wichtig ist. An der FH Kempten ist die Auswahl der Partnerhochschulen sehr groß, was besonders von Vorteil ist. Einen Auslandsaufenthalt selbst zu organisieren ist nicht so einfach. Ich fand mich also mit dem Gedanken ab, dass ich wohl in den sauren Apfel beißen und ein Auslandssemester in Spanien absolvieren müsse, um erstens mein Spanisch zu verbessern und zweitens weil es sich im Lebenslauf , und besonders in dem einer Tourismusstudentin, sehr gut macht und eben demonstriert, dass man flexibel und mobil ist. Ich überlegte also, wohin nach Spanien ich gehen möchte und entschied mich für Madrid. Meine Bewerbung schrieb ich im Februar und am ersten Oktober sollte das Semester in Madrid losgehen. Im April bekam ich die Zusage, es hatte geklappt. Eine Komolitonin von mir ging mit nach Madrid, was mich natürlich sehr freute. Ich beantragte sofort das Auslandsbafög. Und ab diesem Tag freute ich mich sogar auf Madrid. Irgendwo hatte ich aber auch Angst, vor dem was mich da erwartet, obwohl ich ja nicht alleine war. Die FH organisierte alles, automatisch war ich Erasmus-Student und an der Luis Vives CEU in Madrid eingeschrieben. Nun musste ich also nur noch hinfliegen. Ich landete am 14. September in Madrid und Ute kam mehr oder weniger zur gleichen Zeit an. Wir wurden ,netterweise, von einer spanischen Studentin abgeholt und in die Stadt gebracht. Als ich mich mit Marina unterhalten wollte, merkte ich dass ich kein Wort rausbrachte. Super, 2 Jahre Spanisch Unterricht an der Uni, man lernt Grammatik bis zum Subjuntivo, aber wenn es darum geht sich zu unterhalten, funktioniert nix. Dort angekommen war uns der erste Fehler den wir gemacht hatten schon klar. Wir hatten uns keine Übernachtungsmöglichkeit reserviert. So mussten wir mit den 4 Koffern und Rucksäcken die Gran Via entlang um ein Hostal suchen. Schließlich hatten wir Glück. Eine Woche später hatte jede von uns ein WG-Zimmer. Die Wohnungssuche war jedoch eine totale Katastrophe und ich bezahlte für mein Zimmer schließlich 360 Euro. Man muss jedoch dazu sagen, dass ich im Stadtteil Salamanca wohnte, welcher zu den wohl teuersten von Madrid gehört. Die ersten 2-3 Wochen waren wirklich nicht einfach. Ich hatte schon ganz schön Heimweh. Man sollte auch alleine ins Ausland gehen, da man dann natürlich schneller Leute kennen lernt und es außerdem eine sehr wichtige Erfahrung ist. Also nach einigen Wochen hatte ich mich schon richtig gut eingelebt und auch viele nette Leute getroffen. Die Uni war o.k., aber es war sehr anstrengend in den spanischen Vorlesungen. Selbst am Ende des Semesters konnte ich einigen Vorlesungen noch nicht richtig folgen. Man merkt allerdings, dass das Spanisch mit der Zeit immer besser wird und was sehr erstaunlich ist, man kann plötzlich 20-seitige Bericht auf Spanisch schreiben und sogar Referate halten. Aber man lernt neben Spanisch noch einiges mehr. Das Leben in Spanien unterscheidet sich doch sehr von dem deutschen Leben, was ich mir am Anfang nicht vorstellen konnte. Der Lebensrhythmus der Spanier ist komplett anders als der unsere. Man muss sich erst mal daran gewöhnen, dass erst um ca. 15 Uhr zu Mittag und gegen 22 Uhr zu Abend gegessen wird. Ausgehzeit ist so gegen 24 Uhr, wobei in den Discos erst so ab 2, 3 Uhr was los ist. Auch sehr gewöhnungsbedürftig gerade für uns Deutsche ist die Manana-Mentalität. Das heißt, das in Spanien alles etwas langsamer läuft und wenn es eben heute nicht mehr erledigt wird, dann macht man es eben morgen. Es gibt noch einige Unterschiede, die ihr dann ja auch selbst herausfinden werdet. Ach ja, für die Mädels vielleicht nur eine kurze Aufklärung über die spanischen Männer. Die jungen Spanier und Spanierinnen wohnen ziemlich lang bei ihren Eltern, da die Mieten sehr hoch sind. Ziemlich lang, das heißt also in den meisten Fällen bis sie heiraten. Und es ist strengstens verboten „Freund bzw. Freundin“ mit nach Hause zu bringen, selbst sie schon lange zusammen sind. Aus diesem Grund sind die ausländischen Studentinnen also praktisch „Freiwild“, da sie ja meistens in WG´s wohnen, in den Augen der Spanier sehr offen sind und vor allem auch irgendwann wieder weg sind. Also, aufpassen! Für mich war das halbe Jahr in Madrid der Wahnsinn. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr heim. Es hat mir für mein Spanisch sehr viel gebracht und vor allem hab ich gelernt, dass es nichts gibt, was man nicht kann. Wenn man will, schafft man alles. Diese 6 Monate waren eben für meine persönliche Weiterentwicklung sehr wichtig. Ich kann also jedem nur empfehlen eine Auslandssemester zu absolvieren, da es eines super Sache ist. Die Erfahrungen, die ich in der Zeit gemacht hat, werde ich nie vergessen. Außerdem ist mir ein Haufen an wunderschönen Erinnerungen geblieben. Studentisch gesehen konnte ich mir schließlich sogar noch 4 Prüfungen anrechnen lassen. Da es mir in Spanien so gut gefallen hat, beschloss ich ein halbes Jahr nachdem ich wieder zu Hause war, einfach noch einmal zu gehen. Ich wählte Cádiz aus und verbrachte dort das Sommersemester 2004. Es war super! Jetzt kann ich mich gut auf Spanisch unterhalten ohne groß darüber nachzudenken.
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